Geschichte

Auszug aus der „Ipsacher Chronik“ von Paul Schärli
Die Entstehung des Begriffs „Burger“ hängt eng mit der Armenfrage zusammen. Mit der Bettelordnung der Berner Obrigkeit von 1676 wurde für die Landgemeinden das Heimat- und Burgerrecht eingeführt. Alle in einer Gemeinde Heimatberechtigten waren nun Burger. Der damalige Ipsacher Burgerrodel wies folgende Burgerfamilien aus:

BurgerfamilienErstmalige Erwähnung
Ganzim ersten Oberholz Einigungsvertrag von 1500
Gnägiim Bodenzins-Urbar von 1551
Hauserim Bodenzins- und Zehnturbar von 1582. Die Familie ist 1971 ausgestorben.
Sorgenim Bodenzins-Urbar von 1614. Die Familie ist 1923 ausgestorben.
Kocherim Urbar der Stiftsschaffnerei 1645
Rihsim Bodenzins-Urbar von 1686
Schildim Bodenzins-Urbar von 1686. die Familie ist 1875 ausgestorben.
LaubscherDie heitmatlose Familie wurde auf Weisung des Regierungsrats 1861 ins Burgerrecht aufgenommen. Die Familie ist um 1900 ausgestorben.
BattegayIsaac Battegay hat 1898 das Burgerrecht für sich und seine Familie erworben.


Familienwappen
Im Archiv des Kantons Bern sind lediglich die Familienwappen der Familien Ganz und Gnägi vorhanden.

Wappen Ganz
Wappen Gnägi

Die Burgergemeinde heute (Auszug aus der „Ipsacher Chronik“ von Hansruedi Liechti, selig)

Funktion und Organisation
Die Burgergemeinde erfüllt gesetzlich vorgeschriebene Aufgaben (Art. 112 Gemeindegesetz Kanton Bern)
und kann weitere freiwillige Aufgaben übernehmen. Die hauptsächlichsten Geschäfte der Burgerratssitzungen
und der Burgergemeindeversammlungen drehen sich um Landbesitz, dessen Verpachtung sowie der Pflege
und Nutzung des Waldes, Landabtausch, Wegsanierungen und natürlich die alle Jahre wiederkehrende
Genehmigung des Budgets und der Jahresrechnung. Die Beschlüsse müssen protokolliert werden.
So können die Aktivitäten der Burgergemeinde Ipsach durch Jahrzehnte hindurch verfolgt werden.

Wie aus alten Protokollen hervorgeht, ist die Burgergemeinde Ipsach immer wieder von der Einwohnergemeinde Ipsach angegangen worden als „Chumm mer z’Hilf“, einmal in finanziellen Belangen für kurzfristige Überbrückungskredite, aber auch bei Landbedarf für besondere Projekte, die der Allgemeinheit dienten. In einer solchen Zusammenarbeit ist auch die Ipsacher Sportanlage am See mit Fussballfeldern entstanden. Dabei wurden dann auch klare Eigentumsverhältnisse geschaffen. In diesem Zusammenhang konnte auch der alte Ausscheidungsvertrag von 1861 gelöscht werden, welcher der Burgergemeinde Ipsach Pflichten gegenüber der Einwohnergemeinde auferlegt hatte.

Die Burgerfamilien
Selbstverständlich hat die Burgergemeinde Ipsach die Entwicklung der alten Burgergeschlechter verfolgt und das Aussterben von Burgerfamilien zur Kenntnis genommen. Sie hat aber auch entsprechend reagiert und sich um Neuaufnahmen bemüht.

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